Die Philosophie
Informatives
Seit nurmehr 16 Jahren beschäftige ich mich mit dem übergeordneten Blick auf das Zeitgeschehen, von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Stückchen weit wage ich den Blick in unser aller Zukunft.
Dabei muss Philosophie als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Entscheidungsträgern die richtigen Fragen stellen, um Antworten zu finden und die Weichen verantwortungsvoll zu stellen.
Logik, Ethik, Metaphysik sowie Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie vereint das komplexe Denken bei dem Versuch, Antworten für die Fragestellungen der Gegenwart und der Zukunft zu finden und Lösungen aus ihnen abzuleiten.
Kann es endgültige Antworten auf die Fragestellungen unserer Zeit geben und ließen sich diese Ergebnisse oder Fortschritte des Philosophierens enzyklopädisch festhalten? Kaum, denn metaphysische Ansätze unterliegen verschiedenen variablen Faktoren. Das bedeutet, dass die Ergebnisse unserer Denkansätze bisweilen selbst denkwürdig erscheinen.
Die Philosophie dient dazu, die Entwicklungen des Weltgeschehens von verschiedenen Seiten aus zu betrachten und sich kritisch mit den zahlreichen Problemstellungen, die wie Zahnrädchen ineinandergreifen, auseinanderzusetzen. Sie bezieht Stellung auf die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, bringt die unterschiedlichen Disziplinen in neue Verhältnisse und kann so auf das Zeitgeschehen Einfluss nehmen.
Wir setzen damit auch einen gesunden und wichtigen „Gegenpart“ zu Politik, Gesellschaft und Soziales und fördern den analytischen und lösungsfokussierten Dialog.
Die Wohlstandsgesellschaft existiert nicht mehr
Die herkömmliche Art des Wirtschaftens liefert sich einen internationalen Konkurrenzkampf. Das bedeutet, dass für den Einzelnen wirtschaftlich immer weniger herausspringt. Die Schäden, die der Wachstumswahn hervorgebracht hat, gibt der nachfolgenden Generation wenig Spielraum. Sie müssen aufräumen und im wahrsten Sinne Strategien entwicklen, um auf diesem Planeten überleben zu können.
Hier ist nicht nur die Jugend gefordert. Unsere Generationen müssen diesen Weg bereiten. Wir müssen einer Welt der Unklarheit und Unsicherheit Umdenken lernen, um zu einem nachhaltigen verantwortungsvollen sowie ethischen Wirtschaften zu gelangen. Hier sind alle gefordert, Staat, Unternehmer, Finanzsektor und jeder einzelne Bürger. Sämtliche Instrumentarien müssen neue Handlungsfelder schaffen, die integral wirken und Gier, Missbrauch und Fahrlässigkeit keinen Raum geben. Allem voran muss die soziale Verantwortung stehen.
Heute geht es in keiner Disziplin mehr um die Frage, was wir wollen, sondern um die Frage, was in Zukunft überhaupt noch möglich sein wird.
Das ist eine neue Ausgangslage, die bisherige gewohnte Strukturen und politische Mechanismen ins Wanken bringen. Ganz ohne Staat, politische Einflüsse und Sozialordnung geht es nicht.
Die Frage nach der „Bringschuld zur Absicherung der Bürger“ angesichts der drohenden Rezession, der Massenarbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Armut muss nachgegangen werden.
Ist die Mittelschicht dazu in der Lage, für Aufgaben bzw. Absicherungen der Bürger zu übernehmen, wenn dem Staat die Mittel fehlen? Kann ein soziales Pflichtjahr ein neues Bewusstsein für die Verantwortung nachfolgender Generationen stärken? Wie müsste ein soziales Pflichtjahr zukunftsweisend ausgestattet sein?
Wenn wir bedenken, dass heutige Rentner, die die goldenen Jahre erlebt und weitestgehend abgesichert sind, und beim Aufbau des Landes Unterstützung hatten, exakt Diese den jungen Menschen heute fehlen. Sie müssen leisten ohne wirkliche Perspektive.
Digitalnomaden und Algorithmen
Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung hat erhebliche Folgen auf unser Werteverständnis. Künstliche Intelligenz hat keine Moral, kein Unrechtsbewusstsein. Hier darf es auf keinen Fall ausschließlich um Wettbewerb gehen. Der gesamtgesellschaftliche Konflikt zeigt sich heute schon in Arbeitslosigkeit, Hatespeech, Cyberharrassing, in einem neuen aggressiven Umgangston. Wann sind die Grenzen des Ethischen erreicht? In Anlehnung an den Rosenthal Effekt, dürfen uniformierte Gesellschaften, die nur noch auf Effizienzgewinn „programmiert“ ist, menschliche Bedarfe nicht übersehen werden. Eine Wohlstandsgesellschaft bei zeitgleicher Massenarbeitslosigkeit spaltet die Gesellschaft. Selbst wenn Künstliche Intelligenz im 24 Stundendienst steht, wird sie aber weder Sozialabgaben leisten noch Steuern zahlen.
Darüber hinaus verändert die Digitalisierung unser Denken und Handeln in allen Lebensbereichen. Selbst vor dem Liebesleben macht sie keinen Halt. Das Unterbewusstsein des Menschen wird manipulativ stark beeinflusst. An dieser Stelle muss tatsächlich nach dem Sinn des Lebens gefragt werden.
Sozialstaat und Armut
Ist Angesichts der immer deutlicher werdenden Armut unser Sozialstaat noch intakt? Wie kann eine völkerübergreifende Solidarität erzeugt werden? Wie lange hält die Europäische Union vor dem Hintergrund der Rezession und sich abzeichnenden Verschiebungen wirtschaftlicher Machtverhältnisse?
Wie kann ein antiquiertes Bildungssystem nachfolgenden Generationen heute noch dienlich sein? Die Pandemie hat deutlich gezeigt, dass hier großer Nachholbedarf besteht. Das Schulsystem ist weder auf das Hervorbringen von zukunftsfähigen kreativen Problemlösern ausgelegt, noch für eine moderne Abwicklung des Unterrichtes selbst. Fachkräftemangel ist somit ein hausgemachtes Problem.
Klimawandel und andere Katastrophen
Diese Welt steht vor schweren Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Das Verlassen auf künstliche Intelligenzen wird keine Lösungen bringen. Sie greift auf ihre Programmierung zurück und wird keine Anweisungen darüber geben, was in Zukunft zu tun ist. Der technische Begleiter des Menschen, kann ihn vor Lebenskrisen und dem richtigen Umgang mit schwierigen und bisweilen lebensbedrohlichen Situationen nicht helfen.
Unser Leben wird zunehmend von natürlichen Störfaktoren wie neue Viren, Bakterien, dem Klimawandel mit seinen Folgen heimgesucht werden. Unser Alltag und die vermeintliche Sicherheit geraten ins Wanken. Die jüngste Corona-Pandemie offenbart, wie empfindlich unsere Lebenssysteme geworden sind und wie abhängig wir von der Wohlstandsgesellschaft sind. Dennoch bleibt die Frage, angesichts der klimatischen Bedrohungslage, ob es ein „weiter so wie bisher“ geben kann oder ob wir alle einen neuen bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen finden müssen.